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Die Altlutherischen Kirchenkreise

Durch einen Kabinettsbeschluß von 1817 versuchte der preussische König Friedrich Wilhelm III. Lutheraner und Reformierte in einer unierten Kirche zu vereinen. Viele lutherische Pastoren folgten dieser Anordnung jedoch nicht, sondern folgten weiterhin gemeinsam mit ihren adligen Patronen der lutherischen Agende und verweigerten somit in religiösen Fragen dem König den Gehorsam. Die von Schlesien ausgehende Bewegung fand auch in Pommern, besonders in Kreisen Greifenberg und Cammin eine Vielzahl von Anhängern.
Bis 1840 wurden die Lutheraner nicht vom Staat anerkannt, was neben anderen Gründen zu einer grossen Auswanderungswelle führte. 1845 fanden sie durch Friedrich Wilhelm IV. Anerkennung und erhielten den Namen "Die von der Landeskirche sich getrennt haltenden Lutheraner". Diese Bezeichnung wurde 1908 durch "Altlutheraner". Doch gab es immer eine scharfe Trennung zur Landeskirche. Viele Altlutheraner waren der Meinung, dass die Angehöruigen der Landeskirche keine rechten Christen seien. Mit strengster Kirchenzucht führten sie einLeben, in dem Theater, Tanz, Spiel und Trinken gemieden wurde. Geheiratet wurde fast ausschließlich untereinander.

Die altlutherischen Pfarren Pommerns wurden 1845 unter einer Superintendentur zusammengefasst, die ihren Sitz in Cammin hatte. Im Kreis gab es vier Pfarrbezirke:
Cammin* mit Jassow* und Dargsow, Gross Justin* mit Schwirsen, Trieglaff (Kreis Greifenberg) mit Tonnebuhr*, Wollin (Kreis Usedom-Wollin) mit Hermannthal*, Sabessow* und Baumgarten*. Die mit * versehenen Orte hatten eigene Kirchen die jedoch heute fast alle abgerissen bzw. zweckentfremdet sind. Die einzige Ausnahme stellt Gross Justin dar.

Altlutherische Christuskirche in Cammin (Kamien Pomorski) um 1935
Die evangelisch-lutherische Christuskirche in der Camminer Georgenstrasse  wurde nach 1945 abgerissen

Altlutherische Kirche in Gross-Justin (Gostyn) 1907
Die evangelisch-lutherische Kirche in Gross-Justin im Jahre 1907



Altlutheirscher Kirchplatz in Jassow (Jarszewo) im April 1998
Vom Standort der altlutherischen Kirche in Jassow zeugen heute nur noch die um den ehemaligen Friedhof stehenden Bäume

Kirche in Gross-Justin (Gostyn) im April 1998
Nach 1945 wurde die altlutherische Kirche in Gross-Justin von der katholischen Gemeinde genutzt und die alte Dorfkirche abgerissen

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